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Der Bauerngarten im Jahreskreis: Goldene Schätze im Herbst
Hinter den Kulissen

Der Bauerngarten im Jahreskreis: Goldene Schätze im Herbst

Die Tage werden bereits spürbar kürzer, die Temperaturen fallen, wie auch die rot und golden gefärbten Blätter, der Nebel zieht übers Land –  alles Boten des Herbsts. Auch am Buschberghof der Familie Jäger ist der Herbst angekommen. Bei meinem bereits dritten Besuch bei Elisabeth darf ich in die Verarbeitung und Konservierung der reichen Ernte hineinschnuppern und einige praktische Tipps und Tricks (und erntefrisches Obst) mit nach Hause nehmen.

Wieder hat sich sehr viel verändert im Garten – standen letztes Mal noch Zwiebeln, Salate und Kräuter in den Beeten, ist das meiste Gemüse mittlerweile geerntet und verspeist, eingelagert oder verarbeitet. Einige Karotten dürfen noch „draußen“ in der Erde „drinnen“ bleiben – für frische Karotten bei Bedarf. Die Erdbeerableger sind gut angewachsen und lassen auf eine gute Ernte im nächsten Jahr hoffen. Trotz der kühlen Temperaturen blühen auch noch einige Blumen in Elisabeths Garten und bieten Bienen und Hummeln noch wichtige Nektarquellen, bevor der Winter kommt.

Auf die Temperaturen muss die Bäuerin auch bei den Pflanzen achten. Der Wintersalat und die Tomaten sind mit Decken bzw. Vlies bedeckt, damit sie vor der nächtlichen Kälte geschützt sind. Vor Wintereinbruch werden die noch grünen Tomaten samt Rispe abgeschnitten – und reifen dann nach. So gibt es bis Jänner oder sogar Februar immer frische Tomaten aus dem Keller der Jägers. Im kühlen Keller werden auch die Erdäpfel (Kartoffeln) gelagert. Karotten, Tomaten und Zwiebeln verkocht Elisabeth gerne zu Saucen – so konserviert sie einerseits ihre Ernte und zweitens sind immer leckere Saucen griffbereit :). Ebenso gut haltbar machen lässt sich Gemüse, wenn man es einlegt. Dafür verwendet Elisabeth ein Essig-Wasser-Gemisch und würzt es nach Belieben. Ganz wichtig: Die Einmachgläser vorher auskochen, um sie zu sterilisieren. Wurzelgemüse am besten zweimal kochen, damit es nicht zu gären beginnt.

Passend für die kalten Jahreszeiten hat Elisabeth bereits allerlei Kräuter für Teemischungen getrocknet. Ringelblumen, Roter Klee, Brombeer- und Erdbeerblätter landen im gemischten Kräutertee. Dabei verwertet sie die Blätter und Blüten für Tee, die Stiele kocht sie getrennt auf und stellt daraus ein Kräutersirup her – damit so viel wie möglich verwertet wird. Neben dem gemischten Tee für den Alltag gibt’s auch selbstgemachten Frauenmantel-, Pfefferminz- und Brennnesseltee für die Hausapotheke. Für Küchenkräuter hat Elisabeth auch einen Tipp: Kräutersalze. Einfach die Lieblingskräuter etwas zerkleinern, Salz hinzufügen und in der Küchenmaschine oder mit einem Pürierstab mixen. So kann man seine Kräuter nicht nur haltbar machen, man hat auch immer ein Salz mit dem gewissen Etwas bereitstehen.

Ebenso getrocknet hat sie die Samen der Brennnesseln, die, wie sie mir bei meinem letzten Besuch erklärte, vielfältig verwendet werden können. Um im nächsten Jahr wieder viele Insekten mit kunterbunter Blütenpracht anzuziehen, sammelt die Bäuerin z. B. Margeritensamen und trocknet sie, um sie im Frühling auszusäen. Manche der Pflanzen, unter anderem Dahlien, halten im Keller Winterschlaf.

Für Herbstgefühle sorgt auch das Obst, das jetzt endlich geerntet wird. Die leckeren Äpfel, Zwetschken, Brombeeren und Co. sorgen für die nötigen Vitamine. Ganz klar – am besten schmeckt das Obst frisch geerntet. Was noch nicht vernascht wurde, wird zu Marmelade verarbeitet. Marillen, Zwetschken und Kirschen friert Elisabeth auch ein (ohne Kern). Die aufgetauten Früchte eignen sich nämlich super zum Kuchen backen. Vielleicht gibt’s beim nächsten Mal ja sogar eine Kostprobe? 😉

Der Herbst ist also eine besondere Zeit für unsere lokalen Bauern und Produzenten. Das spiegelt sich vor allem beim Salzburger Bauernherbst wider, der seit über 20 Jahren die Traditionen, Geschichten, Kulinarik und das Handwerk des alpinen Raums bei vielzähligen Veranstaltungen hervorhebt und erlebbar macht – auch bei uns in der Salzburger Sportwelt! Bei den zahlreichen Wochenmärkten in Radstadt, Altenmarkt und St. Johann sind die „Schätze“ unserer Produzenten, frisch oder bereits verarbeitet, erhältlich.

Wie genießt ihr Obst und Gemüse am liebsten? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

Bildnachweis: Angi Pfuner


Obwohl es mich oft in die Ferne zieht und ich fasziniert bin von fremden Ländern und Sprachen, bin ich am liebsten doch zu Hause, hier im Salzburger Pongau, meiner Heimat mit ihren einzigartigen Traditionen und Bräuchen. Stete Begleiterin auf meinen Wanderungen und Ausflügen ist meine Kamera; zu jeder Jahreszeit genieße ich das Einfangen von Momenten, Landschaften und Details. Gemeinsam mit guten Freunden zu wandern und das starke Gefühl der Freiheit zu verspüren, wenn man am Gipfel eines Berges steht, hat es mir besonders angetan. Dann fehlt nur noch „a guate Jaus’n auf da Oim“ – Herz, was willst du mehr?

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