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Der Bauerngarten im Jahreskreis: Kostbare Sommerzeit
Salatsaat im Bauerngarten
Hinter den Kulissen

Der Bauerngarten im Jahreskreis: Kostbare Sommerzeit

Erinnert ihr euch noch an das Frühlingserwachen im Garten von Elisabeth am Buschberghof in Eben im Pongau? Jetzt ist der Sommer da und ich durfte Familie Jäger (und natürlich Hofhündin Maja) wieder besuchen. Für Elisabeth sind die Sommertage arbeitsreiche Tage – neben den Arbeiten am Hof und auf den Feldern, wie z.B. dem „Mah‘n und Heign“, also der Heuernte, kommt sie auch ihrer Rolle als Familienmensch nach. Ihre „freien“ Minuten verbringt sie dann oft im Garten, der gerade auch im Sommer viel Aufmerksamkeit verlangt.

Bauerngarten im Sommer

Schon beim ersten Blick in den Garten sieht man, wie viel sich seit dem letzten Mal getan hat – reihenweise Salat, Gemüse, Obst und Kräuter wachsen und gedeihen in Elisabeths fürsorglich gepflegten Terrassengarten. Die Blumen blühen, Bienen und Hummeln sind fleißig am Sammeln von Nektar, der Duft der Kräuter liegt in der Luft. Als erstes sehen wir uns wieder die Erdbeerpflanzen an – die Früchte wurden schon geerntet und verarbeitet bzw. vernascht 😉 Schon jetzt sorgt Elisabeth dafür, dass es auch nächstes Jahr wieder gute Ernten gibt. Die ersten und somit größten Ableger der heurigen Pflanze steckt die Bäuerin gekonnt neben die Mutterpflanze in die Erde. Dort wächst der Ableger nämlich besonders schnell an und sorgt im nächsten Jahr für eine reiche Ernte mit vielen süßen Früchten.

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Schnittlauch, Petersilie, Liebstöckel, Salbei, Zitronenmelisse, verschiedene Sorten Minze und den vielen anderen Kräutern gefällt es auch sehr gut in Elisabeths Garten. Sie werden bei Bedarf geerntet und kommen gartenfrisch in den Kochtopf. Minze, Salbei und Co. werden luftgetrocknet und dann für Tee verwendet. Elisabeths Tipp: auch getrocknete, zerkleinerte Erd- und Brombeerblätter eignen sich super für Teemischungen :). Auch die Brennnesselblätter (vor der Blüte) werden verwendet. Die Samen der Brennnessel sind ebenfalls vielseitig einsetzbar: im Müsli, in Salaten, Smoothies oder einfach auf dem Butterbrot sorgen sie bei Familie Jäger für das gewisse Etwas.

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Die im Frühling noch leeren Beete haben sich in ein grünes Paradies verwandelt: Verschiedene Salate, Kraut und Kohlrabi wachsen jetzt in Reih und Glied. Die untersten Blätter werden regelmäßig abgezupft, damit auf dem feuchten Boden nichts zu faulen beginnen. Oft abgezupft wird auch der Pflücksalat und landet auf den Tellern der Jägers. Bei unserer Gartentour ist Elisabeth mit Schüssel und Messer ausgestattet und sammelt Zutaten für das Mittagessen ein. Zusammen mit selbstgesammelten Eierschwammerln (Pfifferlingen) und Couscous kommen heute Liebstöckel, Schnittlauch, Petersilie und Zucchini aus dem Garten auf den Mittagstisch.

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Damit auch die Pflanzen nicht verhungern, werden sie gedüngt. Elisabeth vertraut dabei auf natürliche Methoden. Wenn sie ihre Pflanzen zurechtschneidet, legt sie die Blätter in Wasser ein. Dadurch wird das Wasser, das sie dann zum Gießen verwendet, mit wichtigen Mineralstoffen angereichert. Wie sie ihre Zucchini- und Tomatenpflanzen zurechtschneidet, und vor allem warum, zeigt sie mir auch gleich, ganz praxisnah ;).

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Um die Zucchinipflanze vor Mehltau und Fäule zu schützen, schneidet sie die unteren Blätter bis zur ersten Frucht direkt am Stamm ab, sodass sich am entfernten Trieb kein Wasser sammeln kann. Die männlichen Blüten entfernt sie ebenfalls – diese tragen nämlich keine Früchte. So steckt die Pflanze all ihre Energie in die Fruchtbildung. Ähnlich läuft es bei den Tomaten. Die so genannten Geiztriebe (Triebe, die zwischen Blättern und dem Hauptstamm wachsen) bricht sie vorsichtig herunter. Sie würden kaum Früchte tragen und die anderen, stärkeren Triebe schwächen. Auch die Blätter werden gestutzt, wenn sie z.B. Tomaten vor der Sonne verdecken.

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Ebenfalls der Sonne entgegen wächst der Brombeerstrauch nebenan. Auch hier denkt Elisabeth schon an nächstes Jahr. Die „jungen“ Ruten, die heuer noch keine Früchte tragen, steckt Elisabeth hinter die, die Früchte tragen, damit sie keinen Schatten auf die Früchte werfen. Nach der Ernte entfernt sie die alten Ruten, die jungen sind bereit für das nächste Jahr. Auch die Ribiselstauden (Johannisbeersträucher) schneidet sie zurück. Üblicherweise passiert das im Herbst, aufgrund der großen Schneemengen auf 1200 m stutzt Elisabeth die Stauden aber erst nach dem Winter – die alten Ruten stützen die jungen und schützen sie vor dem Gewicht des Schnees. Die heurigen Beeren wurden schon zu Saft verarbeitet.

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Auf viele Früchte hofft die Bäuerin auch bei den Marillen, Zwetschken und Äpfeln. Auf den Obstbäumen sind schon viele, noch grüne Früchte zu sehen. Besonders auf die Äpfel freut sie sich: „Das ist der erste Apfelbaum, der bei uns heroben Früchte trägt“. Bis zur Ernte dauert es aber noch eine Weile. Bei meinem nächsten Besuch im Herbst sieht die Sache bestimmt schon anders aus :).

Übrigens: Die vielfältigen Produkte heimischer Bauern sind bei den Wochenmärkten in Radstadt, St. Johann und Altenmarkt erhältlich :).

Bildnachweis: Angelika Pfuner


Obwohl es mich oft in die Ferne zieht und ich fasziniert bin von fremden Ländern und Sprachen, bin ich am liebsten doch zu Hause, hier im Salzburger Pongau, meiner Heimat mit ihren einzigartigen Traditionen und Bräuchen. Stete Begleiterin auf meinen Wanderungen und Ausflügen ist meine Kamera; zu jeder Jahreszeit genieße ich das Einfangen von Momenten, Landschaften und Details. Gemeinsam mit guten Freunden zu wandern und das starke Gefühl der Freiheit zu verspüren, wenn man am Gipfel eines Berges steht, hat es mir besonders angetan. Dann fehlt nur noch „a guate Jaus’n auf da Oim“ – Herz, was willst du mehr?

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