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Geschichten aus der Backstube – Tag des selbstgebackenen Brotes
Hinter den Kulissen

Geschichten aus der Backstube – Tag des selbstgebackenen Brotes

Nun, kuriose Feiertage gibt es ja zur Genüge, doch den heutigen Tag des selbstgebackenen Brotes möchte ich als Anlass nehmen, um einmal einen Blick hinter die Kulissen eines Filzmooser Bäcker-Traditionsbetriebes zu werfen.

Bäckerei und Konditorei Sieberer

Mitten in Filzmoos gelegen, liegt der Traditionsbäckereibetrieb Sieberer, welcher seit über 50 Jahren im Besitz der Familie Sieberer ist. Christian Sieberer, der Chef des Hauses, führt den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Barbara in zweiter Generation. Ich bin mir sicher, dass sich der Betrieb auch um die dritte Generation bestimmt keine Sorgen machen muss, denn die vier Töchter des Hauses helfen bereits tatkräftig im Familienbetrieb mit.

Anna-Lena, die älteste Tochter der Familie erzählt mir etwas über die Geschichte des Betriebes: „Im Jahre 1969 übernahmen meine Großeltern Barbara und Friedrich Sieberer die ehemalige Bäckerei „Daxenbichler“ in Filzmoos. Sie haben sofort mit dem Umbau begonnen, welcher dann im Jahre 1971 erfolgreich beendet war. 1988 kam dann der nächste Schritt – man entschied sich, ein Produktionsgebäude zu errichten. Um den neuen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden, wurde auch das Angebot im Tiefkühlsektor erweitert. 1990 konnte die neue Betriebsstätte endlich in Betrieb genommen werden.“

Im selben Jahr wurde ein weiterer großer Meilenstein gelegt. Die 12 Stunden „Teigruhe“ wurde im Betrieb eingeführt. „Das in Österreich einzigartige Herstellungsverfahren verleiht unseren Backwaren die natürliche und unverwechselbare Geschmacksentfaltung“, berichtet Anna-Lena stolz.

Aber nicht nur die bekannte Goldsemmel mit der „12 Stunden Teigreife“ ist weitum beliebt und bekannt, das beliebte „Bauernklotzenbrot“ gewann sogar den 2. Preis beim internationalen Brotwettbewerb „Brot aus Europa“.

Brot Geheimnisse – DER FILZMOOSER ALMLAIB

„Ein Brot im Industriebetrieb bekommt vom Zusammenmischen bis hin zum Ausliefern in die Filialen gerade einmal neunzig Minuten Zeit. Das schließt die Arbeit mit Sauerteig von vornherein aus. Bei uns braucht gut Ding Weile, bis es für den Backofen fertig ist“, schmunzelt Anna-Lena, als sie mir von dem leckeren Almlaib vorschwärmt. “Zurück zur Natur” das war der Leitgedanke bei der Entwicklung dieses Brotes. Der Filzmooser Almlaib, früher als großer “Familienlaib” am Lande gebacken, erfüllte die Bedürfnisse der damaligen Zeit.

Wer in der Backstube arbeitet, sollte ein Frühaufsteher sein. Für Rosi startet der „Arbeitstag“ bereits um Mitternacht, dann wenn andere noch tief und fest schlafen. Ihre erste Aufgabe ist es, die bereits 12-Stunden geruhten Semmeln und Weckerl zu backen, die sich bis dahin noch im sogenannten Gärverzögerer befanden. Durch die Langzeitteigführung kann das Gebäck lange Zeit „gehen“ und dadurch haben die Rohlinge viel Zeit, Geschmack zu entwickeln, sodass man intensiv schmeckende Backwaren erhält. Durch modernste Maschinen werden schwere Arbeitsschritte erleichtert. „Auch in traditionellen Betrieben hat die moderne Technik Einzug erhalten, ansonsten könnte man die Arbeit nicht mehr stemmen. Es ist und bleibt jedoch ein Handwerk, wo man Leidenschaft dafür braucht“, erklärt mir Rosi.

Das Ansetzen des Sauerteiges für den beliebten Filzmooser Almlaib kommt als nächstes dran. Bevor das Brot aufgearbeitet wird und danach im Geschäft zum Verkauf liegt, vergehen mindestens 24 Stunden.
Erst wird der Sauerteig für den nächsten Tag angesetzt und ruht für viele Stunden. Am nächsten Arbeitstag werden weitere Zutaten hinzugefügt und auch dann heißt es wieder „den Teig ruhen lassen“.
Das Formen und Backen übernehmen Rosi´s Kollegen und Kolleginnen. Danach wird das Brot zum „Gehen“ wieder in den Gärraum gegeben und anschließend gebacken. Um 4.00 Uhr startet die nächste Schicht. Erst geht es ans Einzählen, Einsacken und um 5.00 Uhr wird dann auch schon ausgeliefert. Das Brot der Bäckerei Sieberer wird auch in den Nachbarorten ausgeliefert, von Altenmarkt über Zauchensee bis nach Flachau, viele Gäste der Salzburger Sportwelt können das Gebäck aus unserem Bergdorf genießen. Auch im Großhandel und Handel sind die Sieberer´s vertreten.

Alle Jahre wieder… Die schönste Zeit des Jahres…

Keine andere Zeit ist wohl in Österreich mit so vielen Traditionen verbunden wie die Vorweihnachtszeit. Und was wäre die Vorweihnachtszeit ohne die vielen süßen Köstlichkeiten? Das Kletzenbrot ist eines der ältesten Weihnachtsgebäcke und vor allem im österreichischen Raum weit verbreitet. Wusstet ihr, dass das Kletzenbrot zum kulinarischen Erbe Österreichs gehört?
Tradition und vor allem Qualität ist auch bei Familie Sieberer die oberste Priorität. So wurden sie mit dem „Bauern-Klotzenbrot“ mit dem 2. Preis beim internationalen Brotwettbewerb „Brot aus Europa“ ausgezeichnet. Das Sieberer „Klotzenbrot“ vereint Trockenfrüchte, Gewürze und Sauerteig zu einem saftigen Geschmackserlebnis. „Es gibt regional viele verschiedene Variationen dieses süßen Früchtebrotes, unseres ist aber das Beste!“, informiert mich Anna-Lena mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Wer jetzt Lust auf ein knusprig gebackenes Sauerteigbrot oder ein resches Goldsemmerl bekommen hat, bekommt diese in vielen Unterkunftsbetrieben zum Frühstück serviert. Am besten aber stattet ihr Gabi im Café Sieberer einen Besuch ab. Unter anderem kann man dort auch gleich frühstücken oder ein Stück Torte zum Nachmittagskaffee genießen. In der hauseigenen Konditorei werden nicht nur die Kuchen und Torten für das tägliche Geschäft gezaubert, auch zu einem besonderen Anlass kann man sich hier eine Torte bestellen. Zusammengefasst sind beim Sieberer alle Liebhaber von Kaffee mit goldener Crema, reschen Goldsemmeln, traditionellem Almlaib und Klotzenbrot oder aber auch süßen Verführungen einfach goldrichtig!

Probieren könnt ihr das köstliche „Bauern-Klotzenbrot“, hergestellt aus Sauerteig mit Trockenfrüchten und Gewürzen, auch beim DorfAdvent in Filzmoos – dieses Jahr erstmals am Dorfplatz Filzmoos.

DorfAdvent Filzmoos

Nach 2 Jahren Coronapause darf nun endlich wieder der Filzmooser DorfAdvent mit Adventmarkt und Adventspaziergang stattfinden. Dieses Jahr findet dieser nicht wie gewohnt vor der Kirche statt, sondern am Dorfplatz in Filzmoos. Feine Weihnachtsbäckereien, Kunsthandwerk und vieles mehr erwarten euch auch heuer wieder. Beim Adventspaziergang durch das Bergdorf kommt man an der Wallfahrtskirche „Filzmooser Kindl“ vorbei und entlang des Spazierweges findet man noch die ein oder andere stimmungsvolle weihnachtliche Einkehr.

NEU: KULINARISCH ANGLÖCKELN

Die Filzmooser Gastwirte haben sich für die Adventzeit dieses Jahr etwas ganz Besonderes ausgedacht und veranstalten das „Kulinarische Anglöckeln“ am 08. Dezember 2022 ab 17.30 Uhr. Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine kulinarische Rundreise zu einem einzigartigen 10-Gänge Adventmenü inkl. Aperitif. Mit dabei sind die Filzmooser Perchten, Weisenbläser, Anglöckler und wer es etwas romantisch möchte, der fährt mit dem Pferdeschlitten durchs Bergdorf.
Weitere Informationen und Kartenverkauf bei Filzmoos Tourismus.

Habt ihr das Filzmooser Klotzenbrot schon einmal selbst probiert?
Was nascht ihr am liebsten aus der Bäckerei und Konditorei Sieberer? Schickt uns ein Foto und taggt uns mit @filzmoos_.

Bildnachweis: Bäckerei Sieberer, CoenWeesjes, Barbara Sieberer


“Endlich Dahoam“ Die letzten Jahre bin ich sehr viel gereist und durfte viel von der großen weiten Welt sehen. Nach mehreren Saisonen auf hoher See bin ich nun endlich zu Hause „angekommen“. Eines der schönsten Dinge am Reisen war für mich immer wieder das „Nach-Hause-Kommen“ und darum bin ich jetzt in mein kleines Paradies in Filzmoos zurückgekehrt. In der herrlichen Natur hole ich mir meine Energie! Ob Skifahren, Skitouren-Gehen, Winterwandern oder Bergsteigen und Mountainbiken im Sommer - für mich ist unsere Region ein perfekter Ersatz für das Fitnessstudio. Ich schätze die Schönheit meiner Heimat sehr und es freut mich, dass ich meine Erlebnisse mit euch teilen kann. 

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