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Gipfel & Pilze sammeln beim Genusswandern in Zauchensee
Neue Gipfelskulputuren in Zauchensee
Hinter den Kulissen

Gipfel & Pilze sammeln beim Genusswandern in Zauchensee

Wenn ihr im Sommer eine Wanderung unternehmt, solltet ihr in eurem Rucksack immer auch eine Leinentasche (= Leinensackerl auf Pongauerisch) dabeihaben. Warum? Weil jetzt die Pilzsaison ist – oder wie wir im Pongau sagen: Schwammerlsaison is’!

Wandern in Zauchensee beim Gamskogel

1 Bergtour mit 4 Gipfeln

Gerade waren meine Familie und ich – das sind meine Frau und unsere zwei Kinder – wieder auf einer unserer liebsten Sommer-Wanderungen unterwegs: der 4-Gipfel-Tour  in Zauchensee. Diese Höhentour gehört für uns zu den Fixpunkten in jeder Wandersaison, weil sie uns jedes Mal mit unbeschreiblich schönen Ausblicken belohnt. Während wir von Gipfel zu Gipfel wandern, begleiten uns die herrlichsten Bergpanoramen vom Hochkönigmassiv über den Dachstein bis zu den Hohen Tauern und dem Großglockner.

Die 4-Gipfel-Tour verbindet die vier höchsten Erhebungen rund um den Seekarsee: Gamskogel, Schwarzkopf, Tagweidegg und Arche. Start und Ziel ist für uns die Bergstation der Gamskogelbahn, mit der wir uns bequem vom Tal auf 1.900 Meter Seehöhe hinauffahren lassen. So sparen wir uns und vor allem unseren Kids die Anstrengung des Aufstiegs und genießen die Liftfahrt mit Cabrio-Feeling. Es ist jedes Mal ein besonderes Erlebnis, ohne Skiausrüstung mit der Sesselbahn den Berg hinaufzuschweben und statt Skifahrer und Snowboarder zufrieden grasende Kühe und die sommerliche Almwelt zu beobachten.

Neue Gipfelskulputuren in Zauchensee

Eure Belohnung für euren Gipfelsieg

 Die 4-Gipfel-Tour ist heuer auch deshalb interessant für uns, weil auf jedem der vier Gipfel neue Gipfelkreuze bzw. Checkpoints errichtet wurden. Wer nämlich ein Liftticket für die Gamskogelbahn löst, erhält (auf Wunsch) einen Sammelpass für die 4-Gipfel-Tour dazu. Bei den vier Gipfel-Checkpoints könnt ihr dann einen entsprechenden Marker in eurem Pass setzen – und auch ein cooles Gipfelfoto machen, denn die neuen Checkpoints sind tolle Fotomotive. Habt ihr alle vier Gipfel-Marker gesammelt, erhaltet ihr als Belohnung den 4-Gipfel-Tour Wanderpin an der Liftkasse in der Weltcuparena oder in der Gamskogelhütte.

Meine Kinder sind im Volksschulalter und schon geübte Wanderer. Daher schaffen sie konditionell die ca. 4,5 Stunden dauernde Rundtour. Dennoch achten wir im Bereich des Schwarzkopfs besonders gut auf die beiden, denn hier ist Trittsicherheit erforderlich.

4-Gipfel-Tour-checkpoint

Wandern mit Genuss-Ausbeute

Jetzt verrate ich euch, warum ihr beim Wandern ein Leinensackerl dabei haben solltet: Auf eurer Tour könnt ihr vielleicht an einigen Schwammerlplätzen vorbeikommen! Zwar nicht oberhalb der Baumgrenze, aber wenn ihr beim Aufstieg oder Abstieg im Wald oder am Waldrand unterwegs seid.

Die g’schmackigen Eierschwammerl (Pfifferlinge) wachsen bei uns besonders gut nach ein paar Tagen Regen und milden Temperaturen im Sommer und Frühherbst. Sie bevorzugen Nadel- und Mischwälder und schießen meist in großer Menge aus dem Boden. Wenn dieser mit Moos und Baumnadeln bedeckt ist, umso besser. Daher solltet ihr in lichten Wäldern und am Waldrand in Baumnähe immer nach den dottergelben Schwammerln Ausschau halten.

Pfifferlinge fürs Gröstl mit Schwammerl und Wildkräutern

Die edlen Steinpilze findet ihr mit etwas Glück im gesamten Wandergebiet in Baumnähe, vor allem an lichten Stellen im Fichtenwald oder am Rand von Wegen, Schneisen und kleinen Bächen. Der Edelpilz schätzt hohe Luftfeuchtigkeit, direkte Sonne ist dagegen nichts für ihn.

Tipp: Die markanten rot-weißen Fliegenpilze haben ähnliche Ansprüche wie der Steinpilz – wo sie wachsen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, auch Steinpilze zu finden. Achtung: Bitte lasst die Fliegenpilze stehen und berührt sie nicht, sie sind nicht nur ungenießbar, sondern giftig!

Pilzgröstel mit Wildkräutern und Steinpilzen

Rezept-Tipp: Gröstl mit Schwammerln und Wildkräutern

Auf eurer Wanderung findet ihr vor allem auf den Almwiesen zahlreiche Wildkräuter, die ihr super als besonderes und gesundes Extra in der Küche verwenden könnt. Für unser Schwammerlgröstl genügen ein paar der am häufigsten vorkommenden Alpenkräuter: Gänseblümchen, Quendel (wilder Thymian), Dost (wilder Oregano) und Wiesensalbei.

Gänseblümchen machen sich gut als optischer und geschmacklicher Aufputz in Salaten oder als Topping auf Broten, Suppen oder Pfannengerichten. Sie enthalten viel Vitamin C, Magnesium und Eisen und wirken blutreinigend, schleimlösend, verdauungsfördernd und schmerzstillend.

Wildkräuter als Zusatz zum Schwammerlgröstl

Quendel ist wilder Thymian und passt sehr gut zu Kartoffel-, Fleisch- und Eigerichten sowie zu Fisch. Er wirkt entzündungshemmend und wird zur Linderung bei Erkältungen, grippalen Infekten, Sodbrennen, Reizhusten und Rheuma eingesetzt.

Wilder Thymian fürs Pilzgröstl

Dost ist wilder Oregano und passt hervorragend zu Kartoffel-, Ei- und Nudelgerichten sowie zu Eintöpfen und Gemüsepfannen. Dost wirkt antiseptisch, desinfizierend und stark antibakteriell, weshalb auch er bei Infektionen und Erkältungen, bei Magen- und Darmbeschwerden, bei Halsschmerzen sowie bei Hautentzündungen verwendet wird.

Oregano fürs Schwammerlgröstl mit Wildkräutern

Wiesensalbei ist die wilde Form des Gartensalbeis. Gleich wie dieser ist er vielseitig in der Küche einsetzbar. Wiesensalbei hat eine bakterien- und entzündungshemmende Wirkung und wird bei Entzündungen des Mund- und Rachenraumes eingesetzt. Zugleich wird ihm eine schweißhemmende und verdauungsfördernde Wirkung zugesprochen.

Wiesensalbei sammeln fürs Schwammerlgröstl
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Gröstl mit Schwammerl und Wildkräutern
Portionen
Portionen
Zutaten
  • 400 g speckige Erdäpfel
  • 500 g Eierschwammerl und Steinpilze gemischt
  • 1 Stück mittelgroße rote oder braune Zwiebel
  • 2 EL Butterschmalz
  • 4 Stück mittelgroße Eier
  • 1 EL Quendel gehackt
  • 1 EL Dost gehackt
  • 1 EL Wiesensalbei gehackt
  • Speck zum Verfeinern
  • Gänseblümchenköpfchen zum Verzieren
  • Salz, weißer Pfeffer
Portionen
Portionen
Zutaten
  • 400 g speckige Erdäpfel
  • 500 g Eierschwammerl und Steinpilze gemischt
  • 1 Stück mittelgroße rote oder braune Zwiebel
  • 2 EL Butterschmalz
  • 4 Stück mittelgroße Eier
  • 1 EL Quendel gehackt
  • 1 EL Dost gehackt
  • 1 EL Wiesensalbei gehackt
  • Speck zum Verfeinern
  • Gänseblümchenköpfchen zum Verzieren
  • Salz, weißer Pfeffer
Anleitung
  1. Erdäpfel mit Schale in Salzwasser bissfest kochen, Wasser abgießen und Erdäpfel zugedeckt ausdampfen lassen. Ihr könnt die Erdäpfel auch schon am Vortag kochen und mit der Schale aufbewahren. Für das Gröstl schält ihr die Erdäpfel und schneidet sie in ca. 1 cm dicke Scheiben.
  2. Die Schwammerl putzt ihr am besten trocken, mit einer kleinen Bürste oder einem Messer, indem ihr die gröbsten Verunreinigungen wegwischt - nicht mit Wasser abspülen, sonst werden die Schwammerl matschig. Je nach Größe könnt ihr die Schwammerl halbieren oder vierteln. Ihr schält die Zwiebel und schneidet sie und den Speck in ca. 0,5 cm große Würfel / Stücke.
  3. Nehmt eine Pfanne und erhitzt darin das Butterschmalz, bratet die Erdäpfel an und fügt Salz und Pfeffer hinzu. Ihr wendet die Erdäpfel ab und zu und bratet sie, bis sie schöne Röstaromen aufweisen. Dann nehmt ihr sie aus der Pfanne und stellt sie beiseite.
  4. In den Bratrückstand gebt ihr nun die Zwiebel- und Speck-Würfel. Ihr bratet sie nicht zu stark an, gebt die anschließend die Schwammerl hinzu und röstet alles, bis Speck und Zwiebel schön knusprig sind. Dann gebt ihr die Erdäpfel wieder hinzu, verquirlt die Eier mit den Kräutern, gießt die Mischung über das Gröstl und lasst alles cremig stocken. Dann könnt ihr das Gröstl anrichten und mit den Gänseblümchen bestreut servieren.

Mahlzeit – und bis bald im Wanderparadies Zauchensee!

Weitere Infos findet ihr auf www.zauchensee.at.

Bildnachweis: Zauchensee Liftgesellschaft, pixabay


Als waschechten Altenmarkter hat es mich nach der Schul- und Studienzeit in Salzburg zurück in meine wunderschöne Heimat gezogen. Neben der traumhaften Bergwelt und den vielfältigen Möglichkeiten - sowohl im Sommer, als auch im Winter - schätze ich als begeisterter Musikant und Mitglied der Trachtenmusikkapelle Altenmarkt vor allem die Gemeinschaft, die Kultur und das Brauchtum in unserer Region.

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