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Die Kraft der Kräuter: Wie die Natur unsere Sinne belebt
Wandern in der Salzburger Sportwelt
Landschaft

Die Kraft der Kräuter: Wie die Natur unsere Sinne belebt

Pfiat di Winter, Grias di Bergsommer: Noch stechen vereinzelte Schneeflecken leuchtend weiß aus unseren sattgrünen Almwiesen hervor. Jetzt werden aber immer mehr Wanderwege rund um Zauchensee begehbar, ab 27. Juni starten schließlich die Gamskogelbahn und die Gamskogelhütte in die Sommersaison. Im Tal rund um die Weltcuparena Zauchensee habe ich bereits erste Wildkräuter entdeckt, die nun rasch mehr werden.

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Vitamine am Wegesrand

Wenn ich an blühende Almwiesen denke, fallen mir als erste das zierliche Edelweiß, der sattblaue Enzian oder der purpurne Almrausch ein. Unsere alpine Pflanzenwelt umfasst jedoch fast 4.000 verschiedene Arten, deren Nutzung seit Jahrhunderten zum kulturellen Erbe unserer Region gehört. Die Blumen, Kräuter, Gräser und Bäume sind wahre „Kraftlackeln“ und stecken voller Vitamine. Recht bekannt sind etwa der sonnengelbe Huflattich, der weiß blühende Spitzwegerich, der Schwalbenwurz-Enzian und natürlich der Löwenzahn. Blüten und Blätter können in einem frischen Salat, für Eintöpfe oder Suppen verwendet werden. Getrocknet könnt ihr sie als wohltuenden Tee genießen. Einige unserer regionalen Landwirte zaubern aus bestimmten Pflanzen wie Meisterwurz, Enzian oder Zirben herrliche Schnäpse, die typisch für die Alpenregion sind.

Auch die Kühe unserer Bauern lassen sich tagtäglich die vitaminreichen Kräuter schmecken, wenn sie im Sommer auf den Almwiesen weiden. Ihre Milch wird dadurch noch wertvoller – und der sorgfältig hergestellte Käse besonders schmackhaft. Den bekommt ihr übrigens auch auf unseren Berghütten als Käsebrot oder als typische Pongauer Kasnockn.

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Bewusster Genuss

Kräutersammeln kann natürlich jeder. Wichtig ist, dass ihr euch vorab gut über die verschiedenen Kräuter und Gewächse informiert oder ein Buch zum Nachschlagen mithabt. Manche Pflanzen sind nämlich streng geschützt oder nicht für den Verzehr geeignet. Manche sind auch giftig, wie etwa der bei uns weit verbreitete blaue Eisenhut. Im Zweifel gilt: Pflückt bitte nur jene Kräuter, die ihr kennt!

Natürliche Hausapotheke

Almkräuter schmecken nicht nur gut – manche sind bei leichten Beschwerden natürliche Heilmittel und können helfen Krankheiten vorzubeugen. Pflanzenstoffe wie Cumarin, Gerbstoffe, Flavonoide und ätherische Öle wirken entzündungshemmend, blutdrucksenkend und beruhigend. Früher wurden alpinen Pflanzen aufgrund ihrer Heilwirkung sogar Zauberkräfte nachgesagt. Auch wenn die Heilkraft inzwischen wissenschaftlich erklärbar ist, bleibt ein gewisser Zauber. Riecht einfach einmal an einem Bündel getrockneter Almkräuter – ihr werdet sofort ein wohliges Gefühl spüren.

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Farbenrausch auf den Almen

Wenn unsere Gamskogelbahn am 27. Juni in den Sommerbetrieb startet, erwartet euch ein ganz besonderes Naturphänomen: Der Almrausch steht in voller Blüte und überzieht die Wiesen mit einem tiefpurpurnen Schleier. Die auch Alpenrose genannte Rhododendronart ist in den österreichischen Alpen heimisch und fühlt sich auf Almwiesen wohl, die zwischen 1.500 und 2.800 Höhenmetern liegen. In Zauchensee findet ihr vor allem am Gamskogel beide Arten des Almrauschs: die Wimper-Alpenrose und die rostbraune Alpenrose. So schön er auch ist: Wie alle Rhododendronarten ist der Almrausch giftig, also nur zum Bewundern, aber nicht zum Verzehr geeignet.

Ich freu mich schon auf den Bergsommer in Zauchensee – ihr auch?

Bildnachweis: Bergbahnen Zauchensee


Als waschechten Altenmarkter hat es mich nach der Schul- und Studienzeit in Salzburg zurück in meine wunderschöne Heimat gezogen. Neben der traumhaften Bergwelt und den vielfältigen Möglichkeiten - sowohl im Sommer, als auch im Winter - schätze ich als begeisterter Musikant und Mitglied der Trachtenmusikkapelle Altenmarkt vor allem die Gemeinschaft, die Kultur und das Brauchtum in unserer Region.

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