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Der Bauernregelweg in Altenmarkt
Bauernregeln entlang des Weges in Altenmarkt/Salzburg
Sport und Action

Der Bauernregelweg in Altenmarkt

Du kennst sie vielleicht, die eine oder andere Wetter- oder Bauernregel, wie: „Fällt das Laub im Wald sehr schnell, ist der Winter bald zur Stell“. Aber weißt du auch warum sie entstanden sind? Antworten darauf bekommst du bei einer gemütlichen Wanderung am Schwemmberg in Altenmarkt entlang des Bauernregelwegs. Dazu gibt es herrliche Ausblicke ins Tal, einen fast märchenhaften Waldpfad und kulinarische Belohnungen bei zwei Jausenstationen.

 

Ursprung der Bauernregeln

Früher, lange bevor es moderne Wetterstationen und damit verbundene Vorhersagen gab, waren vor allem die Bauern bei ihrer Arbeit rund um Feld und Hof extrem vom Wetter abhängig. Dementsprechend versuchte man aufgrund von Beobachtungen Wetterregeln zu erstellen, anhand derer die Arbeiten ausgerichtet wurde, um so die Ernte und damit das Überleben zu sichern.  Diese Beobachtungen gehen zurück bis ins Mittelalter.

Bauernregeln entlang des Weges in Altenmarkt/Salzburg

Der Weg und die Regeln

Der Bauernregelweg startet an der „Köpferkehre“ am Schwemmberg, wo du dein Auto gut parken kannst. Wenn du die Wanderung etwas ausweiten möchtest, kannst du natürlich auch direkt im Ort starten. Nach etwa einer Stunde und ca. 300 Höhenmeter bist du beim Ausgangspunkt.

Beginnend mit den Wetterregeln, also im Uhrzeigersinn, starte ich mit meinem siebenjährigen Sohn und meiner achtjährigen Nichte von der Köpferkehre die 4.9 km lange Runde, die durch einen lichten Wald führt. In regelmäßigen Abständen kommt man an Stationen vorbei, die jeweils eine Wetter- bzw. Bauernregel beleuchten. Ich finde das sehr spannend, da mir viele Hintergründe bislang nicht bewusst waren. Etwa, dass der Altweiber-Sommer nichts mit älteren Damen zu tun hat, sondern vom altdeutschen „weiben“ stammt, eine Bezeichnung für das Knüpfen von Spinnweben. An sonnigen September-Tagen kühlt es in den klaren Nächten stark ab, sodass in den Morgenstunden die Spinnweben durch den Tau deutlich zu erkennen sind. Die Fäden glitzern im Sonnenlicht wie lange silbergraue Haare. Alte Sagen erzählen, dass alte Weiber beim Kämmen ihre Haare verloren hatten und die Schicksalsgöttin diese Haare zum Knüpfen verwendete. Eine kleine Rolle spielen älter Damen also dann doch, wenn es um den Altweiber-Sommer geht.

Insgesamt hat der Bauernregelweg 26 Stationen, aufgeteilt in 12 Wetterregeln und 14 Lostage. Während bei Wetter-Regeln Vorhersagen an Wind, Blitz, Donner und Weissagungen aus der Tier- und Pflanzenwelt geknüpft sind, handelt es sich bei den Lostagen um bestimmte Tage im Jahr, die einen Hinweis auf das Wetter für eine gewisse Zeit geben sollen.

Bauernregeln entlang des Weges in Altenmarkt/Salzburg

Gemütlich spazieren wir von Station zu Station. Immer wieder finden wir Schwarzbeeren und die Kinder haben Spaß daran über die Wurzeln zu springen. Waldbänke laden zwischendurch zum Rasten ein. Besonders lange machen wir es uns auf einer breiten Holzliege mit Blick auf den Lackenkogel gemütlich.

Das Highlight für die Kids, neben den vielen Schätzen wie Zapfen und Stöcke, die der Wald hervorbringt, ist der Weitsprung der Tiere. Das Messen mit Eichhörnchen, Hase und Co macht richtig Spaß und ein bisschen neidisch. Immerhin würden die beiden auch gerne soweit springen können wie Bambi. Besonders charmant ist der kleine Hochstand mit Wild-Futterstelle, der zum Entdecken einlädt.

Bauernregeln entlang des Weges in Altenmarkt/Salzburg

Auch kulinarisch eine Wanderung wert

Am Ende der Wetterregelstationen kehren wir bei der Reitlehenalm ein. Die Forelle aus dem hauseigenen Fischteich schmeckt richtig lecker und auch die Kaspressknödeln vom Nebentisch sehen zum „Anbeißen“ aus. Nach dem Essen lassen wir es uns natürlich nicht nehmen noch kurz den idyllisch gelegenen Fischteich oberhalb der Hütte zu besuchen.

Die Nachspeise, einen Topfelstrudel, der wohl nirgendwo besser ist, gönnen wir uns nach rund 2. 15 Stunden Gehzeit, am Ende des Rundweges bei der Jausenstation Habersatt. Den herrlichen Blick ins Tal genieße ich allerdings alleine, weil meine jungen Begleiter es kaum erwarten können die Streicheltiere zu besuchen und den Spielplatz zu erkunden.

Martin Steffner ist, gemeinsam mit seiner Familie, nicht nur Betreiber der Jausenstation Habersatt, sondern gleichzeitig der Ideengeber und Entwickler des Bauernregelweges. Wenn also nach der Wanderung noch Fragen zu den Bauernregeln offen sind, kannst du ihn gerne dazu befragen.

Am kurzen Weg zurück zum Auto trägt die „moderne“ Bauernregel noch zu meiner Erheiterung bei. Die Kinder wollen wissen, was denn so lustig ist, aber ich gebe keine wirkliche Antwort. Warum? Das musst du selbst herausfinden!

Übrigens ist der Bauernregelweg ganzjährig begehbar. Wenn der Schnee kommt ziehst du dir anstatt Wanderschuhen einfach Schneeschuhe über. Diese kannst du dir bei den Sportgeschäften im Ort leihen. Dann zeigt sich der Bauernregelweg wieder in einem ganz anderen Licht und das ist ein wirkliches Erlebnis.

Bauernregeln entlang des Weges in Altenmarkt/Salzburg

Bildnachweis: Anita Ellmer, TVB Altenmarkt-Zauchensee


Seit ich Mutter bin, schätze ich die Möglichkeiten, die unsere Region meiner Familie und mir bietet, doppelt. Wann immer es geht, sind wir im Sommer mit Rad oder Wanderschuhen und im Winter mit den Schiern, der Rodel oder auf Langlaufschi unterwegs. Es gibt nicht besseres, als seine Freizeit im Freien und auf den Bergen zu verbringen.

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