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Der Lackenkogel – Auf dem Wächter der Lackenalmen
Lakenkogel oder Lackenkogel?
Die schönsten Gipfel

Der Lackenkogel – Auf dem Wächter der Lackenalmen

Der Lackenkogel und die Lackenalm gehören zu den beliebtesten Ausflugs- und Wanderzielen der Salzburger Sportwelt. Hoch über Altenmarkt und Flachau gelegen, findet man dort alles, was man für eine gelungene Auszeit braucht. Familientaugliche Wanderwege, saftige Wiesen, gemütliche Almhütten und einen Berg, der über all dem zu wachen scheint. Erreicht man nach dem Aufstieg dann endlich den Gipfel, dann wird man mit einem 360-Grad-Panorama belohnt, das einen bis tief hinein in die Hohen Tauern blicken lässt. Worauf warten wir also noch? Rucksäcke um, Schuhe binden und los geht’s auf den Lackenkogel …

Lakenkogel oder Lackenkogel?

Auch wenn ich es immer sehr genieße, alleine in den Bergen unterwegs zu sein, und das Gefühl habe, so die wunderbare Natur und den Moment noch intensiver erleben zu können, freue ich mich heute wahnsinnig über Gesellschaft. Denn kurz vor meinem Ziel, die ‚7 schönsten Gipfel der Salzburger Sportwelt’ in meinem Urlaub zu besteigen, hat sich meine Familie angesagt, um mit mir auf die Lackenalm und dann auf den Lackenkogel zu wandern. Zur Abwechslung ist es einmal nicht ganz strahlend blau und die eine oder andere Wolke taucht die Bergwelt um uns in unwirkliches, ja fast schon märchenhaftes Licht. Doch es ist warm und trocken – ideales Bergwetter also. Treffpunkt ist der Berggasthof Sattelbauer in Flachau. Dort kann man sein Auto abstellen und nach getaner Arbeit, also nach der Tour zum Gipfel, auch einkehren und sich mit Pongauer Spezialitäten verwöhnen lassen. Aber so weit sind wir noch lange nicht. Wir, das sind einige Erwachsene, aber auch Kinder, und so passen wir unser Tempo an die langsamsten an. Zu Beginn führt uns der gut beschilderte Weg Nr. 73 entlang eines trockenen Bachbetts gleich einmal steil bergauf. Parallel dazu könnte man sich auch für die kinderwagen- und mountainbiketaugliche Forststraße entscheiden, worauf wir heute dankend verzichten. Wir haben schließlich Lust auf echtes Wandern. Und auf Natur pur.

Lakenkogel oder Lackenkogel?

Auf der idyllischen Lackenalm

Der Lackenkogel ist kein besonders schwerer Berg, doch ein gewisses Maß an Trittsicherheit sollte schon gegeben sein. Seinen Namen hat er übrigens von den tiefschwarzen Teichen, den Lacken, weit unterhalb des Gipfels. Nach gut einer Stunde mündet unser Weg auf einer Kuppe in die Forststraße, auf der wir noch drei langgezogene Kurven bis zur Lackenalm auf 1.630 Metern wandern, dann haben wir das erste Ziel des heutigen Tages erreicht. Die 210 Hektar große Hochebene ist bei Einheimischen und Gästen gleichermaßen beliebt und kann gut und gern als Ruheoase in den Bergen bezeichnet werden. Hübsche Hütten, saftige Wiesen und friedlich dahingrasende Tiere – hier kann man es wirklich aushalten. Auf der Terrasse der gut besuchten Hinterkuchlberghütte nehmen wir uns einen Tisch und lassen uns frisch gemachte Bauernkrapfen und kühle Getränke schmecken. Die Kleinen freunden sich schnell mit anderen Kindern an und an Weiterwandern ist zumindest für sie jetzt erst einmal nicht mehr zu denken. Doch ich will unbedingt noch auf den Gipfel und so trennen sich unsere Wege für die nächsten Stunden und wir verabreden uns für später beim Sattelbauer. Rucksack rauf, Wasserflasche aufgefüllt und los geht’s.

Zu dritt lassen wir die Hütte hinter uns und folgen den Markierungen zum Weg auf den Lackenkogel. Dieser scheint ja die ganze Zeit schon zum Greifen nahe, liegt sein Gipfel doch direkt über uns und wacht über das Almgebiet. An einer kaum bewaldeten Scharte sehen wir nun endlich auch die Lacken, um die sich viele der rund 70 hier lebenden Kühe scharen und ihren Durst stillen. Von manchen Einheimischen werden die Teiche liebevoll als Himmelsstreich bezeichnet, da es sie streng genommen gar nicht geben dürfte. Denn auf der ganzen Almfläche gibt es kein Quellwasser und trotzdem trocknen sie niemals aus. Nicht einmal im heißesten Hochsommer. Woher auch immer sie kommen: für die Versorgung der Tiere mit Wasser sind sie außerordentlich wichtig. Und das sieht man auch! Wir biegen auf der Scharte links ab und marschieren über einen ebenfalls kaum bewachsenen Bergrücken ziemlich steil nach oben. So angenehm die Tour bisher war, so schweißtreibend ist dieses Stück jetzt.

Lakenkogel oder Lackenkogel?

Am Gipfel angekommen

Während wir Schritt für Schritt dem Gipfel näher kommen, blinzelt die Sonne dann und wann zwischen den tiefliegenden Wolken hervor. Eine mystische Stimmung, wie man sie wirklich sehr selten sieht. Dabei habe ich wirklich sehr viel erlebt, seit ich vor gut einer Woche hier in der Salzburger Sportwelt angekommen bin. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich erstmals von den ‚7 schönsten Gipfeln’ der Region gehört und war gleich fasziniert. Sieben Gipfel, unterschiedlich und doch in ihrer natürlichen Schönheit verbunden – das musste ich sehen, nein, selbst erleben. Und hier bin ich. Kurz vor meinem sechsten Gipfel und knapp vor Erreichen meines Zieles. Nach dem Lackenkogel dann noch der absolute Höhepunkt, die Bischofsmütze, und danach war’s das. Munteres Lachen reißt mich aus meinen Tagträumen. „Komm her, hier ist es wirklich wunderschön und man sieht gerade die umliegende Bergwelt. Lass uns ein Selfie machen vor diesem Wegweiser hier.“ Schnell stecken wir die Köpfe zusammen und drücken ab. Das Wegkreuz, das wir gerade erreicht haben, ist äußerst hübsch und lässt erstmals erahnen, welch tolles Panorama uns am Gipfel, links von uns, erwartet. Rechts führt der Weg hinunter nach Zauchensee.

Lakenkogel oder Lackenkogel?

Verlief der Weg bisher hauptsächlich durch Lärchenwälder und Latschenfelder, so wandern wir nun den grasbewachsenen und teilweise felsigen Grat entlang. Manche Stellen erfordern doch ein Maß an Trittsicherheit und wir sind froh, die Kleinen sicher unten am Spielplatz zu wissen. Ein letzter zu umrundender Felsen, dann liegt der Gipfel mit dem schmucken Holzkreuz vor uns. Einige andere Wanderer sind schon da, sitzen in der Wiese, machen Bilder und genießen ganz einfach die Aussicht. Großglockner, Ankogel, Hochgolling, die Schladminger Tauern, der Dachstein und sogar die Bischofsmütze – alle sind sie zum Greifen nahe und lassen uns an einem Panorama teilhaben, das uns den Atem nimmt. Wir umarmen uns, nehmen einen kleinen Schluck aus dem mitgebrachten Flachmann und schießen unsere Gipfelbilder. Bevor wir wieder den Rückweg antreten und uns unten beim Sattelbauer mit den anderen treffen, gehe ich noch einmal ein Stück zur Seite und werfe einen letzten Blick auf die Bischofsmütze. „Bald bin ich da oben“, denke ich noch, drehe mich um und laufe den beiden anderen hinterher.

Was ich vom Lackenkogel mitnehme:

  • Die Lackenalm ist ein Paradies für Mensch und Tier
  • Auch mit Wolken sind die Berge der Salzburger Sportwelt wunderschön
  • Wegkreuze eignen sich hervorragend, um Selfies zu machen
  • Allein wandern hat seinen Reiz, doch in Gesellschaft macht es einfach mehr Spaß

Infos & Tipps:

Gehzeit: ca. 3,5 Stunden
Ausganspunkt: Altenmarkt
Schwierigkeit: leicht
Ausgesetzte Stellen: nein
Route: Beschreibung der Tour

Bildnachweis: Salzburger Sportwelt/Christian Schartner, Peter Zeitlhofer


Von Neugier getrieben‘ – diese Worte kommen mir schon ziemlich nahe. Egal ob am Segelboot, im Tiefschnee, unterwegs in Stadt und Land, oder auf einer seinen vielen Reisen – ich bin immer auf der Suche nach Neuem, nach dem Besonderen, probiere so ziemlich alles aus und liebe es, darüber zu sprechen und zu berichten.

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