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Sagenhaft schön wandern – der Gerzkopf
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Landschaft

Sagenhaft schön wandern – der Gerzkopf

So mancher ist dem Zauber des Gerzkopf mit seiner unberührten Naturlandschaft und seinem sagenumwobenen Hochmoor schon erlegen

Der Duft von bis zu zwei Meter hohen Latschen begleitet jeden meiner Schritte durch die besondere Gebirgsregion. Gleichzeitig verwöhnt ein buntes Farbenspiel mein Auge, lässt mich in eine andere Welt eintauchen und sämtlichen Alltagsstress vergessen. Während ich über den lockeren Boden der 1.730 Meter hoch gelegenen und etwa 130 Hektar großen Höhenlandschaft im Naturschutzgebiet rund um den Gerzkopf wandere, bin ich einer besonderen Sage auf der Spur: Die „Schwarze Lacke“ liegt tiefschwarz und geheimnisvoll zwischen den Moorkomplexen. Sie verzaubert Groß und Klein seit vielen Jahren mit ihrer Geschichte und ihrer atemberaubenden Bergkulisse. Atem(be)raubend ist für mich dabei nicht nur ihr Anblick – sondern auch die etwa zweistündige Wanderung, um zu diesem besonderen Platz, der von Eben aus nur zu Fuß erreichbar ist, zu gelangen.

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Gerzkopf – der grüne Berg!

Die unberührte Natur und die außergewöhnliche Flora und Fauna um den Gerzkopf, machen ihn nicht nur für mich zu einem ganz besonderen Ausflugsziel. Er wird als „grüner Berg“ bezeichnet und stellt mit seltenen Moorkomplexen sowie raren Pflanzenarten wie zum Beispiel dem Torfmoos oder dem Wollgras ein ökologisch äußerst hochwertiges Gebiet dar. Grund genug, die Region vor Jahren zum Naturschutzgebiet zu erklären, um seiner besonderen Tier- und Pflanzenwelt Schutz und Lebensraum zu bieten. Und Grund genug für mich, den grünen Berg jedes Jahr aufs Neue zu besuchen. Abgesehen von der landschaftlichen Großartigkeit ist ein Aufenthalt an diesem Ort für mich eine wahre Wohltat für Körper, Geist und Seele!

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Der Sonne entgegen!

Der Gerzkopf kann von 3 Seiten begangen werden – mein Lieblingsweg ist dabei die sogenannte Sonnenroute vom Schattbachwinkel aus. Start ist die Bushaltestelle Schattaugut von welcher aus ich auf dem Zufahrtsweg zum Schattbachwinkel (Weg Nr. 15) ca. 2,3 Kilometer bis zum Knappbauern auf 1.130 Metern Höhe wandere. Weiter geht es auf dem Forstweg und nach ca. 1 Kilometer über einen Wandersteig durch das bewaldete Gebiet. Nachdem ich es durch die duftenden Latschenfelder bis zum Gipfel geschafft habe, werde ich mit einem unwahrscheinlich schönem Panorama belohnt: Der herrliche Rundum-Blick auf den Gosaukamm mit seiner markanten Bischofsmütze, das Dachsteinmassiv, das Tennengebierge und die Gipfel der hohen und niederen Tauern ist jedes Mal wieder ein Hochgenuss.

Nachdem ich die Schönheit der Natur in vollen Zügen ausgekostet habe ist die Einkehr in der einfachen, aber sehr gemütlichen Schäferhütte, die sich unweit des Gipfelkreuzes befindet, für mich fast obligatorisch. Ich genieße meine Rast und träume vom jenem goldenen Wagen, der sich der Sage nach in der „Schwarzen Lacke“ befinden soll.

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Schwarze Lacke – der Sage auf der Spur!

Nicht nur der Anblick des tiefschwarzen Bergsees mitten im Hochmoor ist für mich magisch und mystisch zugleich – nein auch die Geschichte rund um die sagenumwobene „Schwarze Lacke“ ist geheimnisvoll und lädt zum Träumen ein. Im kleinen Bergtümpel, der sich hoch oben am Gerzkopf von einer wunderschönen Bergkulisse umrahmen lässt und sich dabei gekonnt in den Mittelpunkt einer unberührten Natur in Szene setzt, soll angeblich ein goldener Wagen versunken sein. Zur Zeit der Christenverfolgung waren die Römer in dieser einzigartigen Gebirgsregion unterwegs. Wie auch die  Wanderer heutzutage waren sie damals schon von dem Hochmoor und seiner Schönheit verzaubert. In ihrer Begeisterung versteckten sie also einen goldenen Wagen in der „Schwarzen Lacke“, die seither auf diesen wertvollen Schatz Acht gibt. Nur an bestimmten Tagen des Jahres soll heute noch die Deichsel des Wagens aus dem See ragen. Dabei erzählte man mir, dass derjenige, dem es gelingt, den Wagen zu bergen, sein Lebtag mit Reichtum beschenkt werden soll.

Tatsächlich soll sich die Deichsel einem Bauern aus der Gegend vor einigen Jahren gezeigt haben. Als dieser begann den Wagen aus dem See zu ziehen, kam plötzlich ein anderer Wanderer vorbei. Da der Bauer den Schatz nicht teilen wollte, ließ er den Wagen sofort wieder los und versteckte sich vor dem Wanderer. Ein großer Fehler – denn der goldene Wagen versank sogleich aufs Neue in die unendliche Tiefe der schwarzen Lacke und blieb seither wieder ein gut gehüteter Schatz des kleinen Bergsees.

Wer wie ich auf den Spuren der Sage der „Schwarzen Lacke“ ist, der sollte gut Acht geben – vielleicht blitzt eine goldene Deichsel des Wagens aus dem tiefschwarzen Tümpel hervor. Alle Schatzsucher, denen der goldene Wagen nicht erscheint, die dürfen sich an der wunderschönen und unberührten Natur im Hochmoor erfreuen und ihren Blick auf die Bergkulisse rundum werfen – Eine Wanderung auf den Gerzkopf und zur „Schwarzen Lacke“ ist angesichts dieser einzigartigen Schönheit in jedem Fall GOLD WERT!

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Nützliche Infos:

Nähere Informationen zur geführten Wanderung (jeden Dienstag), Routenvorschlägen und Einkehrmöglichkeiten findet ihr hier.

Detaillierte Route zum Gerzkopf

Bildnachweis: Coen Weesjes


"Als  heimatverbundene Filzmooserin liebe ich die Natur, Menschen und spannende Geschichten.
Seit 2016 bin ich als selbstständige Texterin und Redakteurin in der Region unterwegs - egal ob Gesundheit, Sport oder Events – ich bin überall gerne LIVE dabei!
 Für die Salzburger Sportwelt nehme ich besondere Ausflugsziele unter die Lupe und schreibe über meine persönlichen Erlebnisse und Eindrücke."

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