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2.000 Höhenmeter und mehr – nichts für Sandalen
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Landschaft

2.000 Höhenmeter und mehr – nichts für Sandalen

Über 2.000 Meter muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, und ja, das ist sie tatsächlich. Dem Himmel so nah und dem Alltag im Tal so fern – genau dieses Gefühl treibt mich jedes Mal aufs Neue dem Gipfel entgegen.

Der erste Augenaufschlag am Morgen und schon begrüßt mich die Morgensonne. Ich spüre schon das Kribbeln im Bauch und allein der Gedanke an die heutige Bergtour, zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Nach einem stärkenden Frühstück geht es auch schon mit dem Auto bis zur Talstation der Weltcuparena Zauchensee. Der Parkplatz ist noch recht leer, bevor die Bergbahn um 09.00 Uhr öffnet, um bequem auf den Berg zu gelangen. Spätestens jetzt fällt mir auf, dass wir früher als viele andere aufgestanden sind!

Wohin des Weges?

Die Wanderschuhe noch schnell zuschnüren und es kann losgehen. Die frische Bergluft vertreibt die letzte Müdigkeit. Außer mir, meiner Begleitung und den friedlich schlummernden Kühen am Wegesrand ist noch niemand anzutreffen.  Bei der ersten Abzweigung müssen wir uns nun festlegen: Gehen wir zum Strimskogel oder bezwingen wir doch den Steinfeldspitz. Die Wahl fällt nach kurzer Beratschlagung auf den Letzteren.

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Der Blick zurück lohnt sich!

Fest entschlossen gehen wir gerade weiter, bis wir nach 25 Metern vor lauter Tratschen den richtigen Weg verpassen, UPPS. Wir machen eine Kehrtwendung und bleiben wie angewurzelt stehen. Der Blick hinunter nach Zauchensee und in Richtung Altenmarkt macht uns kurz sprachlos. Der Zauchensee, wunderschön eingebettet in dem gleichnamigen Örtchen, sieht von hier richtig klein aus. Hier trifft das Sprichwort: „Schau nie zurück, hab immer nur das Ziel im Blick!“, nicht zu. Deswegen kleiner Tipp am Rande: Beim Wandern öfter einen Blick zurückzuwerfen lohnt sich!

Nichts für Tratschtanten

Wir reißen uns beide von diesem Anblick los und suchen den Weg, den wir eigentlich einschlagen wollten. Denn eins ist sicher: der Blick vom Gipfelkreuz steht diesem Blick ins Tal um nichts nach. Schnell finden wir den richtigen Weg, der zugegebenermaßen wirklich nur schwer zu übersehen ist. Naja, was soll ich sagen, da waren wir doch wohl zu sehr ins Gespräch vertieft. Schnell wird der Weg steiler und unser Gespräch wird, unterbrochen durch laute Atemzüge, deutlich weniger. Trinkpausen legen wir nun vermehrt ein. Dabei sei dahingestellt, ob die Trinkpausen wirklich des Trinkens wegen eingelegt werden oder doch nur alibimäßig für Tratschpausen stehen.

1,2,3 Schwindelfrei

Eine erneute Kreuzung lässt uns kurz verweilen, denn sie stellt uns vor die Frage, welchen Weg wir einschlagen. Gehen wir zum Bärenstaffel oder doch die etwas anspruchsvollere Strecke zum Steinfeldspitz? Da ich als Kind nicht schwindelfrei war, überlege ich kurz, ob sich das etwa in den letzten Jahren geändert hat? Meine Höhenmeterbilanz erfreut sich seit einigen Jahren stetig an Zuwachs, weswegen ich mir jetzt schon anspruchsvollere Touren zutraue. Aus diesem Grund entschließen wir uns, rechts, Richtung Steinfeldspitz abzubiegen. Meine Höhenangst ist tatsächlich nicht mehr so stark wie noch einige Jahre zuvor und das obwohl wir einen steinigen Grad entlangwandern.

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Gipfelkreuz in Sicht

Das lautstarke Knurren unserer Bäuche lässt uns daran erinnern, dass wir doch schon einige Zeit unterwegs sind. Ein Müsliriegel sorgt für neue Energie, um das letzte Stück zum Gipfelkreuz gut meistern zu können. Der unbeschreibliche Weitblick, der sich vor uns auftut, lässt uns immer wieder kurz verweilen. Sogar der ein oder andere schneebedeckte Gipfel leuchtet uns entgegen. Die letzten Schritte bis zum Gipfelkreuz genieß ich immer ganz besonders. Dieses einzigartige Gefühl, etwas so Weitläufiges und Schönes  zu sehen und es noch dazu selbst erklimmen zu können, ist etwas ganz besonderes.

„Berg Heil!“, ruft mir mein Freund zu und ich erwidere freudig!

Nach einer kurzen Stärkung nehme ich das Gipfelbuch zur Hand und suche nach einer leeren Seite. Laut Gipfelbuch sind wir die ersten, die heute den Steinfeldspitz erwandert haben. Nach kurzer Überlegung entscheiden wir uns für einen Spruch, den mir meine Oma immer vorsagt:

„Menschen, die auf Berge steigen, widerspiegeln Sonnenlicht.
Andre, die im Tal geblieben, verstehen diese Sprache nicht.“

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Instagram und Berg?

Den Weg hinauf zum Gipfel habe ich auf meiner Instagram Story bereits dokumentiert und bevor wir uns jetzt auf den Weg ins Tal machen, muss natürlich noch eine Aufnahme vom Gipfelkreuz hinzugefügt werden. Unter #salzburgersportwelt auf Instagram könnt ihr eure Fotos mit uns teilen oder euch den ein oder anderen Geheimtipp für ein schönes Platz´l holen.

Jetzt wo wir wieder einen breiteren Weg erreichen, kommen uns die ersten Wanderer entgegen, die von der Bergstation der Gamskogelbahn weggegangen sind. Woran ich erkenne, dass diese Wanderer noch nicht allzu weit gegangen sein können? – Ein Blick auf das Schuhwerk und schon ist klar, diese Gruppe ist nur für einen kleinen Spaziergang hier, denn Turnschuhe oder Sandalen sind nicht für eine Gipfelwanderung geeignet. Nicht umsonst gibt es Wanderschuhe.

Noch einmal Kind sein

Wir gehen bei der Gamskogelhütte vorbei und sehen den Abenteuerspielplatz, der sich „Weltcup der Tiere“ nennt. Den spielenden Kindern sehe ich richtig an, wie viel Spaß sie beim Spielen haben und am liebsten würde ich die Stationen selber ausprobieren!

Unten angekommen ist der Parkplatz nun voller geworden. Zufrieden werfe ich einen Blick zurück und atme noch einmal die frische Luft ein, bevor wir uns glücklich ins Auto setzen und wieder heimwärts fahren.

Nähere Infos: 

Öffnungszeiten Bergbahnen

Abenteuerspielplatz auf der Gamskogelhütte – Weltcup der Tiere

Wanderroute zum Steinfeldspitz

Bildnachweis: Katja Eggenhofer


Da bin i her, da g´hör i hin – Meine Berge, ich kann einfach nicht ohne sie. Der Ausblick oben am Gipfel entfacht in mir ein Gefühl der Freiheit, das ich sonst nirgendwo finden kann. Ich bin einfach durch und durch ein Berg-Kind! Durch meine Geschichten möchte ich euch ein Stückchen meiner wundervollen Heimat näherbringen und euch meine Lieblingsplatzal zeigen!

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